Die Wurzeln der Brauereikunst in Kohlstädt reichen weit in die Vergangenheit zurück. Im frühen 17. Jahrhundert wurde zum ersten Mal Bier in Kohlstädt gebraut – das sogenannte „Krugrecht“ wurde erteilt. Die Arminiusbrauerei erlebte seitdem eine bewegte Geschichte bis in die Sechzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts. So sorgte sie zum Beispiel dafür, dass Kohlstädt vor Schlangen an die Trinkwasserversorgung angeschlossen wurde.

Auf der neu aufgestellten Geschichtstafel „Köhler, Kalkbrenner, Glasmacher Bierbrauer und mehr – Streifzug durch die Kohlstädter Wirtschaftsgeschichte“an der Bad Lippspringer Straße 13 in Kohlstädt ist unter anderem die Historie der Brauerei dargestellt. Sie steht aus gutem Grund an dieser „glanzvollen“ Stelle, nämlich neben der glänzenden Braupfanne. Das Brauereigelände mit Gebäude hatte den Besitzer gewechselt. Durch die neue Gestaltung war für die Braupfanne kein Platz mehr- sie hätte verschrottet werden müssen. Der Schützenverein Kohlstädt hat großes Interesse an der Weitergabe von Tradition und Geschichte, daher wollte er die Braupfanne als Denkmal errichten. Die unbenutzte Fläche an der Lippspringer Str. 13a bot eine gute Möglichkeit.

Für die historischen Inhalte ist Annette Fischer zuständig. Mit ihrer umfassenden Expertise informiert sie auf der Tafel umfassend über die industrielle Geschichte Kohlstädts . Dankenswerterweise wurden sich mit Stefan Kuhlemeier und Frank Hanning (voriger und jetziger Besitzer) über das „Schicksal“ der Braupfanne schnell einig. „Um an das historische Erbe der Region zu erinnern, wollten wir die ehemalige Braupfanne aufwerten und an einem prominenten Platz in unserem Ort aufstellen.“, so der Schützenverein Kohlstädt. „Mit dem neuen Denkmal über die Schlänger Braukultur möchten wir Einheimische und Besucher gleichermaßen an das alte Brauchtum und die Industriegeschichte Schlangens erinnern.“. Der neue Standort an der Lippspringer Straße ist bewusst gewählt worden.  Zum einen führen hier nicht nur viele lokale Rad- und Wanderwege entlang, sondern auch der regional bekannte und beliebte Senneradweg oder die überregional bedeutende Römer-Lippe-Route.

„Die Infotafel bietet auch für Kohlstädter interessante Details über die Industrie und Geschichte von Kohlstädt. Für Touristen ist sie ein aufschlussreicher Stopp unterwegs durch unsere schöne Gemeinde. Beides ist mir wichtig: das Selbstbewusstsein und der Stolz der Menschen hier – aber auch die Attraktivität für Touristen, die zu uns kommen.“, fasst Schlangens Bürgermeister Marcus
Püster die Bedeutung der Braupfanne als Industriedenkmal zusammen. Finanziert wird die Tafel mit einem Fördersatz von 70 % durch das EU- Förderprogramm LEADER. Die Regionalmanagerinnen Kathrin Hunstig-Bockholt und Helena Kottowski der LEADER-Region Senne³: “Die ehemalige Arminius-Brauerei hat lange Zeit das dörfliche Leben in Schlangen und Umgebung geprägt. Um an das historische Erbe der Region zu erinnern, wird im Rahmen des Projektes die ehemalige Braupfanne aufgewertet und an einem prominenten Platz im Ort wieder aufgestellt. Die Identität Kohlstädts wird so gestärkt!“. Wer noch tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, ist mit der dreiteiligen Ortschronik Schlangens bestens versorgt.

Foto: Vertreter der Kohlstädter Schützen, alter und neuer Besitzer der Brauerei, die Regionalmanagerinnen der LEADER – Region, die Historikerin Annette Fischer und Schlangens Bürgermeister Marcus Püster

Quelle: Gemeinde Schlangen