Leserbrief: Meinung zum ISEK der Gemeinde Schlangen (Ortsmitte, Parkraumkonzept, Fahrradstraßen)
Meldung vom 10. August 2026,
Allgemein
Von Klaus Ueckermann:
Der Bericht der SPD in der – Senne Plus-Ausgabe Aug 26 – mit der Überschrift „Falsch abgebogen“ zum Projekt Fahrradstraßen gibt den Anstoß dazu, den Aktionismus der Gemeindeverwaltung zum ISEK
( Entwicklung der Ortsmitte, Parkraumkonzept und Fahrradstraßen) kritisch zu betrachten.
Nach den diversen Veröffentlichungen zu diesen Themen, soll die Gemeinde Schlangen an die aktuellen Anforderungen angepasst werden. Die Ortsmitte soll danach“ zukunftsfähig entwickelt werden“, u. a. durch Erhalt und Stärkung von Einzelhandel und Versorgung. Da stellt sich sofort die Frage, was kann die Gemeindeverwaltung für die vorhandenen und die ggf. neu zu eröffnenden Geschäfte in Schlangen tun, um Leerstände zu vermeiden?
Von den fehlenden Einkaufsmöglichkeiten sind vor allem die Menschen ohne eigene Mobilität betroffen. Die anderen können auch die Angebote der Discounter, der Supermärkte und den Fachhandel in den benachbarten Städten nutzen oder kaufen online ein, z.B. bei Amazon.
Zur Verbesserung der Parkmöglichkeiten im Ortskern besteht übrigens kein Handlungsbedarf. Bestätigt wird dies auch von den befragten Personen in der vorliegenden „Senne Plus“- Ausgabe. Bei den Antworten wird als besonderer Vorteil herausgestellt, daß es in Schlangen keine Parkscheibenregelung gibt. Hierbei sollte es auch bleiben!
Die übrigen Handlungsempfehlungen im Parkraumkonzept müssen wohl nochmal überdacht werden; Änderungen sind – abgesehen von der Anpassung der Größe der Stellflächen – vorerst nicht erforderlich. Weitergehende Regelungen und Kontrollen der Parkzeiten mit Personal auf Kosten der Steuerzahler sind unnötig und mit dem Ziel der Nachhaltigkeit nicht vereinbar.
Der Umbau der Detmolder Straße und der Lindenstraße zu Fahrradstraßen ist offenbar eine fixe Idee des „Fahrradbeauftragten“. Zur Einrichtung von Fahrradstraßen sind wichtige Voraussetzungen erforderlich; diese dürften für die Verkehrsverhältnisse auf den betreffenden Straßen in Schlangen wohl kaum vorliegen. Die Erforderlichkeit sollte auf jeden Fall nochmal genau überprüft werden. Bei der Diskussion des Themas im Gemeinderat ist es offenbar „hochher“ gegangen. Leider konnte
die SPD sich nicht durchsetzen. Dies ist bedauerlich. Die Unnötigkeit des Vorhabens sehe ich genauso wie im Bericht der SPD mit dem Titel „Falsch abgebogen“ beschrieben.
Wenn der Umbau realisiert würde, müssten an der Detmolder Straße nicht nur Parkplätze wegfallen und Bäume gefällt werden; auch die vor wenigen Jahren mit Fördermitteln errichtete Bushaltestelle müsste zurückgebaut werden. Hierdurch würden weitere erhebliche Kosten in 2-facher Hinsicht entstehen. An der Lindenstraße könnte zur Sicherheit der Fußgänger der bis zur Erikastraße vorhandene Gehweg bis zum Kindergarten oder der Germaniastraße verlängert werden.
Welche Folgen der Umbau der genannten Straßen in verkehrlicher Hinsicht hätte, scheint Vielen nicht klar zu sein. Man sollte sich dazu in einer Stadt (z.B. in Münster oder Osnabrück) den Verkehr von Kraftfahrzeugen und Fahrrädern auf einer „unechten Fahrradstraße“ einmal ansehen. Der Verkehrs- fluss wird dort oft erheblich gehemmt, die Verkehrssicherheit wird dadurch aber nicht verbessert. Besonders problematisch ist die Verkehrsregelung an den einmündenden Straßen.
Die in der Gemeinde Schlangen – mit wenigen Ausnahmen- geltende „30er- Zone“ und der Regel „rechts vor links“ ist dagegen viel sicherer.
Und warum das Ganze:
Es geht um die Generierung von Fördermitteln (Steuergelder von NRW), die aber allein nicht ausreichen. Wie man hört, müsste die Gemeinde für die Fahrradstraßen zusätzlich 1 Million EUR bereitstellen. Dieses Geld wird aber dringend gebraucht, um andere Straßen in Ordnung zu bringen. In Schlangen müsste z. B. die Langetalstraße mit ihrer „Buckelpiste“ schnellstens grundlegend erneuert werden. Das Gehwegpflaster (Klinkersteine) im Ortskern müsste z. T. nachgelegt werden, damit insbesondere Gehbehinderte hierüber nicht fallen; die verbogenen Laternen müssten gerichtet werden usw. Fazit: Teure „Mobilitätsachsen“ für Radfahrer können wir uns nicht leisten.
Zur Mobilität mit dem ÖPNV Richtung Horn/Detmold wäre auch noch etwas zu sagen. Warum gelingt es nicht, eine stündliche Kleinbusverbindung von Schlangen über die Gauseköte nach Detmold zu organisieren? Pläne dazu wurden der Gemeinde schon vor langer Zeit vorgelegt.




